Verblühte Rosen schneiden: Knospe oder Blatt – der Unterschied
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Ein zuverlässiges Zeichen ist die Stellung der jungen Blätter am Trieb. Hängen sie noch schlaff herab und wirken hell und weich, ist der Austrieb im Gang. Stehen sie fest, dunkel und waagerecht, hat sich der Trieb stabilisiert. Der günstigste Schnittzeitpunkt liegt kurz vor diesem Umschwung: Die Knospe ist geöffnet, das Blatt aber noch nicht voll ausgefärbt. Wer in dieser Phase schneidet, trennt Gewebe, das noch nicht in den vollen Stoffwechsel eingebunden ist, und die Pflanze reagiert mit einem kräftigen, gerichteten Neuaustrieb.
Dauerhaft produktiv bleibt die Rebe nur, wenn der einäugige Zapfen Teil eines Rotationssystems ist. Im Wechsel mit längeren Zapfen oder einem Bogen erhält die Pflanze junge Triebe in Reichweite des Stamms. Nach dem Austrieb wird auf einen kräftigen Trieb ausgedünnt, der Rest entfernt. Bodenpflege, ausreichende Wasserversorgung und ein offenes Laubdach unterstützen die Wirkung des Schnitts. So bleibt die Rebe über Jahre vital, ohne dass die Erträge einbrechen.
Sommer- und Herbstblüher jetzt zurückschneiden Stauden, die von Juni bis Oktober blühen, können nach dem Verblühen kräftig zurückgeschnitten werden. Dazu gehören Sonnenhut, Fetthenne, Herbstastern, Phlox und Rudbeckien. Der Schnitt erfolgt etwa eine Handbreit über dem Boden, bei kräftigen Pflanzen bis auf 10 bis 15 Zentimeter. Ein Rückschnitt bis kurz über den Boden regt einen frischen Austrieb an, der oft noch im selben Jahr Blüten trägt. Wichtig: Nicht in die Blattrosette schneiden, die am Boden überwintert.
Für den Schnitt verwendet man eine scharfe, saubere Schere oder eine Heckenschere. Das Gras wird auf eine Handbreit über dem Boden zurückgeschnitten – nicht bis auf den Boden, denn die Basis braucht etwas Schutz. Bei dichten Horsten arbeitet man sich von außen nach innen vor. Typische Fehler: zu tief schneiden, das Herz verletzen oder die Halme abreißen statt zu schneiden. Abgerissene Halme faulen leicht und bieten Krankheitserregern eine Eintrittspforte. Nach dem Schnitt entfernt man das Schnittgut gründlich, damit es nicht die neuen Triebe erstickt.
Zunächst wird der verblühte Blütenstand bis zum ersten kräftigen, fünfblättrigen Blatt zurückgenommen. Dieses Blatt sitzt meist 10 bis 20 Zentimeter unter der Blüte, je nach Sorte und Wuchs. Die Schere wird etwa fünf Millimeter über dem Blattstiel angesetzt, und zwar parallel zur Blattachsel. Ein schräger Schnitt ist nicht nötig, ein gerader Schnitt direkt über dem Auge heilt sauberer. Wichtig: nicht in den Blattstiel selbst schneiden, sonst fault der Rest.
Der wichtigste Unterschied liegt also nicht in der Technik, sondern in der Wirkung: Formschnitt erhält, Radikalschnitt erneuert. Daraus folgt der Termin. Wer erhält, schneidet während des Wachstums, wer erneuert, schneidet in der Ruhe. Wer beides gleichzeitig versucht, bekommt weder eine saubere Form noch einen kräftigen Neuaustrieb.
Wo genau die Klinge greift – und wo nicht Der Schnitt erfolgt immer oberhalb eines Auges, http://flughafentransfer-Goeppingen.gmbh/index.php?title=Rosenschnitt_nach_der_Forsythienblüte_–_wer_zu_früh_schneidet,_verliert_Die_Blüten nie darunter. Das Auge ist die kleine Verdickung in der Blattachsel, aus der der nächste Trieb austreibt. Setzt man die Schere zu tief an, wird das Auge verletzt und der Austrieb bleibt aus. Setzt man sie zu hoch an, bleibt ein Stummel stehen, der vertrocknet und als Eintrittspforte für Pilze dient. Die richtige Höhe liegt bei drei bis fünf Millimetern über dem Auge – ein Daumennagel als Maß reicht.
Praktisch geht man beim Formschnitt so vor: Zuerst die abgestorbenen und kranken Triebe entfernen, dann die Außenkontur prüfen. Geschnitten wird von unten nach oben und von innen nach außen, damit abgeschnittene Zweige herausfallen. Eine Schnur oder ein Lattenrahmen hilft, gerade Kanten zu halten. Beim Radikalschnitt setzt man die Säge zuerst an den ältesten, dicksten Trieben an, arbeitet sich zu den jüngeren vor und lässt einige kräftige Jungtriebe stehen. Diese dienen als Gerüst für den Neuaustrieb.
Beim Schneiden von Gehölzen geht es selten darum, ob überhaupt geschnitten wird, sondern wann und wie stark. Formschnitt und Radikalschnitt verfolgen unterschiedliche Ziele, und genau daraus ergibt sich der richtige Zeitpunkt. Wer beides verwechselt, schneidet entweder zu zaghaft oder zerstört die Blüte des kommenden Jahres.
Der Zeitpunkt richtet sich nach der Sorte. Bei öfterblühenden Rosen wird nach jeder Blüte geschnitten, also den ganzen Sommer über. Bei einmalblühenden Sorten erfolgt der Schnitt direkt nach der Blüte im Frühsommer, damit die Pflanze vor dem Winter noch ausreifen kann. Ein später Schnitt im Herbst ist zu vermeiden, weil die neuen Triebe nicht mehr verholzen und Frostschäden drohen. Wer unsicher ist, schneidet lieber etwas höher über dem Auge als zu tief – nachkorrigieren lässt sich immer, nachwachsen nicht.
Frühjahrsblüher wie Lungenkraut, Bergenien oder Kaukasus-Vergissmeinnicht werden nach der Blüte nur leicht eingekürzt. Das Laub bleibt bis zum Herbst stehen, damit die Pflanze Kraft für das nächste Jahr sammelt. Erst wenn die Blätter gelb werden, kann zurückgeschnitten werden. Wer gleich nach der Blüte radikal abschneidet, nimmt der Staude die Möglichkeit zur Nährstoffaufnahme und schwächt sie dauerhaft.
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