Warum braucht fast jede Naht den doppelt eingeschlagenen Saum?
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Im Stehen ist der Oberkörper gestreckt, der Bund sitzt tiefer, und der Weg zur Schulter wirkt länger. Im Sitzen hingegen staucht sich die Wirbelsäule leicht, der Bauch drückt gegen den Bund und schiebt ihn nach oben. Je nach Körperbau sind das drei bis sechs Zentimeter Unterschied. Wer also im Stehen misst und die Träger danach bestellt, wird sie im Sitzen straff ziehen müssen – auf Dauer unangenehm und schädlich für die Trägerclips. Zusätzlich verändert sich die Bundhöhe, wenn man eine andere Hose trägt: Ein niedrigerer Bund bedeutet automatisch eine größere benötigte Trägerlänge.
Für saubere Ergebnisse den Nähfußdruck und die Stichlänge prüfen. Ein zu langer Geradstich lässt den Saum wellen, ein zu kurzer Stich perforiert den Stoff. Bei leichten Stoffen eine feine Nadel verwenden, bei schweren Stoffen eine stärkere Nadel und gegebenenfalls den Transporteur anpassen. Nach dem Nähen den Saum nochmals bügeln, damit sich die Naht flach in den Stoff einlegt. Wer diese Reihenfolge einhält, erhält eine Kante, die auch nach vielen Wäschen flach bleibt und innen keine offenen Fäden zeigt.
Schmale Säume an Stoffservietten sind eine Fleißarbeit, die sich nur lohnt, wenn der Ablauf sitzt. Ein Saum von drei bis vier Millimetern Breite entsteht nicht durch langsames Herantasten, sondern durch eine vorbereitete Kante, die anschließend in einem Zug geschlossen wird. Wer die Vorbereitung sauber ausführt, näht die eigentliche Saumlinie in wenigen Sekunden pro Seite – und genau darin liegt der Unterschied zwischen Einzelstück und Serie.
Der doppelt eingeschlagene Saum ist die Kante, die an Hemden, Blusen, Kleidern, Vorhängen und unzähligen anderen Projekten sitzt. Zwei Stofflagen werden nach innen gebügelt, dann festgenäht. Die rohe Webkante verschwindet komplett Pflanzen im Innenraum Inneren, es bleibt eine saubere, schmale Kante, die von beiden Seiten ordentlich aussieht. Wer diese Technik beherrscht, spart sich das Versäubern mit der Overlock und bekommt ein haltbares Endprodukt, das viele Wäschen übersteht.
Papierscheren haben einen spitzeren Winkel und härteren Stahl, damit sie sauber in die Faser eindringen. Sie sind für gerade Linien und enge Kurven konstruiert, nicht für Zugbelastung. Wer damit Jersey oder Leinen schneidet, merkt schnell: Die Schere weicht zur Seite aus, der Schnitt verläuft schräg. Zudem nutzen sich die Klingen an textilen Fasern langsamer ab als umgekehrt, aber die Schenkel verbiegen bei zu viel Druck. Ein typischer Fehler ist, mit einer Papierschere mehrere Lagen dicken Wollstoffs zu trennen. Die Schere öffnet sich dann nicht mehr vollständig, weil die Schraube nachgibt.
Bevor die Nadel eingestochen wird, kommt das Bügeln. Zuerst die Saumzugabe auf die linke Stoffseite umklappen, die Kante mit dem Bügeleisen scharf ausstreichen, dann ein zweites Mal in gleicher Breite einschlagen und wieder pressen. Raumteiler ohne Sichtschutz diese zwei Bügelgänge wird der Saum wellig und die zweite Lage verrutscht beim Nähen. Bei rutschigen oder sehr feinen Stoffen hilft es, die erste Kante mit einem langen Heftstich zu fixieren, bevor die zweite Lage darübergeklappt wird. Ein Trick für gleichmäßige Breite: ein Stück Klebeband oder eine Papierschablone auf dem Nähmaschinentisch als Führung nutzen.
Für stark beanspruchte Kanten, etwa bei Hosen oder Röcken, kann der Saum zusätzlich mit einem Einlageband verstärkt werden. Das Band wird auf die erste Einschlagkante gebügelt und verhindert, dass sich die Kante mit der Zeit aushängt. Bei dehnbaren Stoffen kommt eine dehnbare Naht oder ein Zickzackstich zum Einsatz, damit der Faden beim Tragen nicht reißt. Wer mit der Maschine arbeitet, sollte die Fadenspannung prüfen: zu stramm eingestellte Spannung erzeugt Kräuselungen an der Sichtseite.
Vor dem Nähen wird der Stoff gesäumt und gebügelt. Die obere Kante bleibt offen, denn dort sitzt das Band. Das Kräuselband selbst wird auf die linke Stoffseite gelegt, sodass die Zugfäden später nach innen zeigen und nicht sichtbar sind. Wichtig ist, das Band nicht unter Spannung aufzustecken: Es muss flach aufliegen, sonst zieht es sich beim Kräuseln zusammen und wirft Wellen. Mit Stecknadeln alle zehn bis fünfzehn Zentimeter fixieren, an den Enden bündig abschneiden und die Schnittkanten zweimal einschlagen, damit sie nicht ausfransen.
Typische Fehler wiederholen sich. Häufig wird nur einmal eingeschlagen, dann franst die Kante nach wenigen Wäschen aus. Genauso oft fehlt das Bügeln zwischen den Schritten, wodurch sich der Saum beim Nähen zusammenzieht. Ein weiterer Stolperstein: unterschiedliche Saumbreiten an einem Kleidungsstück. Vor dem Nähen die Breite an mehreren Stellen mit dem Lineal prüfen, nicht nach Augenmaß. Bei Rundungen wie Ärmeln oder Ausschnitten den Saum vor dem zweiten Einschlag mit kleinen Einschnitten an der Zugabe entspannen, sonst zieht sich der Stoff zusammen und wirft Falten.
Wie die Naht sitzt, entscheidet über das Ergebnis Für den ersten Durchgang wählt man eine etwas größere Stichlänge. Der Stich läuft knapp an der inneren Bruchkante entlang, so dass die offene Kante vollständig eingeschlossen bleibt. Wer zu weit innen näht, verliert Stoff und die Kante franst später aus; wer zu weit außen bleibt, trifft die innere Lage nicht. Hier lohnt ein Probelauf auf einem Reststück desselben Stoffes. Beim zweiten Durchgang, dem sogenannten Blindstich oder einem schmalen Zierstich, wird die äußere Kante zusätzlich gesichert. Wer auf der Außenseite sichtbare Stiche vermeiden will, greift zum Matratzenstich per Hand oder näht mit der Maschine von innen und kontrolliert die Sichtseite.
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